Gralglas, Deutsches Design 1930-1981

Gral, ein sagenumwobener Name, den ein schwäbischer Familienbetrieb für sich in Anspruch nahm, um damit seine Faszination für die Materie Glas zum Ausdruck zu bringen: Die Gral-Glashütte gehörte ein halbes Jahrhundert lang zu den führenden deutschen Glasmanufakturen des 20. Jahrhunderts.
Unterstützt durch einen der wichtigsten Glaskünstler der Moderne – Wilhelm von Eiff, Professor an der Kunstgewerbeschule in Stuttgart – entwickelten sich die Gral-Glas-Werkstätten in Göppingen bis zum Zweiten Weltkrieg zum fortschrittlichsten Veredelungsbetrieb für Schliff und Gravur.
Den Idealen des Deutschen Werkbundes entsprechend und beeinflusst durch den modernen, nordischen Stil, wandelte sich Gralglas in der Nachkriegszeit zur eigenständigen Glashütte, nun mit Sitz in Dürnau. Die Gläser standen mit ihrer hohen Qualität, dekorlosen Sachlichkeit, klaren Funktionalität und dem bezahlbaren Preis symbolhaft für die Gute Form.
In Anspruch und Haltung international vergleichbar sind etwa die Glasunternehmen Daum in Frankreich, Iittala in Finnland, Orrefors in Schweden, Leerdam in den Niederlanden, Riedel in Österreich, Rosenthal in Deutschland oder Venini in Italien, mit denen sich Gralglas in der „Gruppe 21“ vernetzte.
Ergänzt durch Entwurfszeichnungen, die den Blick auf den Designprozess erweitern, geben in dieser ersten umfassenden Retrospektive ausgewählte Beispiele den Facettenreichtum der Gral-Glashütte wieder: hauchdünne Kelche und geschliffene Fußbecher, strenge Stereometrie und freie Formen, klare Transparenz und tiefgründige Farblandschaften.

Eine Ausstellung der Neuen Sammlung – The International Design Museum Munich in Kooperation mit Glasmuseum Hentrich, Stiftung Museum Kunstpalast Düsseldorf und The Finnish Glass Museum, Riihimäki.
01.07.2011 - 18.09.2011
 
Gebunden
208 Seiten mit 40 Farb- und 90SW-Abbildungen inkl. CD-Rom
28cm
1447g
in deutscher Sprache
2011

Hersteller: Neue Sammlung



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